9/11

Der 11. September 2001 war für knapp acht Stunden ein ganz normaler Dienstag – was danach geschah, veränderte die ganze Welt.

American-Airlines-Flug 11

Um 7.59 Uhr Ortszeit startete der American-Airlines-Flug 11 von Boston nach Los Angeles, nur zwanzig Minuten danach gilt die Maschine als entführt. Eine Flugbegleiterin meldete nur 15 Minuten nach dem Start, dass ein Passagier und zwei Flugbegleiterinnen erstochen wurden seien, außerdem sei Pfefferspray versprüht worden. Um 8.21 Uhr wurde der Transponder abgestellt, wenige Minuten verließ die Maschine die geplante Flugroute und wendete nach Süden. Um 8.46 Uhr schlägt das Flugzeug in New York City in das World Trade Center 1 ein – alle 81 Passagiere, darunter fünf Entführer, und eine unbekannte Zahl an Personen im WTC 1 sterben.

United-Airlines-Flug 175

Nur 15 Minuten nach dem Start des American-Airlines-Fluges 11 ging auch die Maschine von United Airlines in die Lüfte. Auch dieser war von Boston nach Los Angeles unterwegs. Um 8.46 Uhr waren beide Piloten und einige Flugbegleiter tot und das Flugzeug in den Händen der Entführer. Um 9 Uhr rief Passagier Peter Hanson seinen Vater an und berichtete, dass sich die Maschine ruckartig bewege und er glaube, dass es in ein Gebäude fliegen soll. Nur drei Minuten später bewahrheitete sich die Theorie: Flug UA 175 schlägt im World Trade Center 2 ein. 65 Passagiere, darunter sieben Flugbegleiter und fünf Entführer, sowie eine unbekannte Zahl an WTC-2-Besuchern sterben.

American-Airlines-Flug 77

Um 8.20 Uhr rollte am Washington Dulles International Airport über die Startbahn. Eine halbe Stunde später greifen die Entführer mit Teppichmessern an und übernehmen die Kontrolle. Nachdem die Maschine unbemerkt den Luftraum von Indianapolis erreicht hat, beginnt die Maschine den Sinkflug. Mit rund 850 Kilometer pro Stunde schlägt das Flugzeug schließlich um 9.37 Uhr ins Pentagon ein. Alle 58 Passagiere, darunter auch die Entführer, vier Flugbegleiter und zahlreiche Personen im Pentagon verlieren an diesem Tag ihr Leben.

United-Airlines-Flug 93

Nur vier Minuten vor dem Einschlag der ersten Maschine ins World Trade Center 1 startet in Newark der United-Airlines-Flug 93 seine Reise nach San Francisco. Um 9.28 Uhr greifen die Entführer an. Die drohen den Insassen mit der Explosion einer Bombe, die sie an Bord gebracht hätten.Mehrere Passagiere und Flugbegleiter kontaktieren mit Bord- und Mobiltelefonen ihre Angehörigen und erfahren dort von den Anschlägen auf den World-Trade-Center-Komplex. Um 9.57 Uhr greifen Passagiere die Entführer an, die in weitere Folge versuchen die Insassen durch seitliches Wedeln der Maschine aus dem Gleichgewicht zu bringen. Nach einer längeren Auseinandersetzung bringen die Entführer das Flugzeug in einem Feld bei Shanksville, Pennsylvania zum Absturz – alle Insassen sterben. Das Zielort der Entführer ist bis heute unbekannt. Es wird vermutet, dass die Maschine das Weiße Haus, das Kapitol oder den Landsitz des Präsidenten in Camp David hätte treffen sollen.

Um 9.59 Uhr stürzte das World Trade Center 2 in sich zusammen, das World Trade Center 1 folgte eine halbe Stunde später um 10.28 Uhr. Aufgrund der massiven Zerstörung stürzte um 17.20 Uhr auch das World Trade Center 7 in sich zusammen.

New York City Fire Department

Nach den Einschlägen der Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers war auch das New York City Fire Department mit tausenden Feuerwehrmännern und –frauen im Einsatz. 343 von ihnen verloren am 11.September 2001 ihr Leben.

Die Feuerwehr war nach dem Einschlag des American-Airlines-Fluges in den Nordturm zur Evakuierung und Brandlöschung angerückt. Nachdem die zweite Maschine in den Südturm flog, wurden die Einsatzkräfte aufgrund der hohen Einsturzgefahr abgezogen – viele Mitglieder der Feuerwehr blieben aber dennoch in den Gebäuden, um den Verletzten zu helfen.

Nach dem Einsturz der Türme wurde das New York City Fire Department für die Rettung der Verschütteten und später für die Bergung der Toten eingesetzt.

Die Feuerwache Liberty Street, gegenüber des ehemaligen WTC-Komplexes, ziert heute ein Denkmal. Auf der der Tafel sind die Namen aller 343 toten Feuerwehrleute zu sehen. Den größten Verlust an Männern hatte die Wache von Engine 54, Ladder 4, Battalion 9 zu verzeichnen. Sie verloren an diesem Tag 15 Mitglieder. Heute werden die Mitglieder dieser Wache als Spezialeinheit bei Hochhausbränden gerufen und haben die höchste Einsatzdichte in New York.

Die Opfer

Durch die Anschläge am 11. September 2001 starben etwa 3.000 Menschen. Die Folgen kosteten aber auch in den Folgejahren viele 9/11-Überlebende ihre Gesundheit. Dutzende Menschen leiden an psychischen Problemen, Asthma oder auch Krebs. Mehr als 2.500 Einsatzkräfte und Helfer waren seit den Anschlägen an Krebs erkrankt. Grund dafür sind die toxischen Stoffe, die sich nach dem Einsturz freisetzten. Schon beim Bau des World Trade Centers wurden schädliche Stoffe verwendet. Nach der Zerstörung gelangte dadurch eine Mischung aus Asbest, Benzol, Aluminium und Dioxine in die Lungen der Überlebenden und Helfer. Bereits kurze Zeit nach dem Einsatz klagten viele über Husten, Hals- und Kopfschmerzen, auch Fälle von Atemnot kamen vor – der Beginn des „WTC-Hustens“. Auch Asthma, chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Speiseröhre wurden nach den Anschlägen vermehrt diagnostiziert.

Die wohl bekannteste Überlebende der Anschläge am 11. September 2001 ist Marcy Borders. Ihr Bild ging um die Welt: Die Angestellte war von Kopf bis Fuß in Dreck, Staub und Asche gehüllt. Sie floh aus dem Gebäude kurz bevor es in sich zusammenstürzte und entging damit nur knapp dem Tod. Im August 2015 erlag sie ihrer Magenkrebserkrankung – eine Spätfolge von 9/11.

Die Täter

Bereits kurz nach den Anschlägen wurden Osama bin Laden und die Al-Qaida für die Vorfälle verantwortlich gemacht. Hintergrund war der Zweite Golfkrieg der USA gegen den Irak und die folgende Stationierung der Armee in Saudi-Arabien. Nach Ansicht der Al-Qaida versuchen die USA Israel zu helfen und die islamische Nation zu unterdrücken.

Im November 2001 tauchte ein Video auf, in dem Bin Laden die Entführer und Anschlagsplanung lobte. Er habe den Angreifern zwar die Ziele genannt, mit einem Einsturz des WTC habe er aber nicht gerechnet. Zwei Al-Qaida-Mitglieder schilderten im folgenden Jahr die zehnjährige Planung der Anschläge. Osama bin Laden habe die Attentäter selbst ausgesucht und die Taten finanziert. Den späteren Entführern befahl er bereits 1999 in die USA zu fliegen.

Osama bin Laden wurde am 2. Mai 2011 bei der Operation Neptune’s Spear in Pakistan getötet.

Verschwörungstheorien

Über die Ereignisse an diesem Tag wird seit Jahren wild spekuliert. Vielen Menschen glauben nicht an einen Terroranschlag – oder vermuten zumindest einen anderen Hintergrund.

Besonders hartnäckig hält sich die Theorie, dass die Regierung der USA selbst hinter den Anschlägen stecke – die Parole dazu: „9/11was an inside job“. Die Anhänger dieser These glauben, dass jemand dem der Anschlag nützt, diesen auch verursacht hat. Die US-Regierung habe Zustimmung für ihren Antiterrorkrieg und eine Einschränkung der Bürgerrechte angestrebt und diese durch die Anschläge auch erreicht. Eine ähnliche Anschuldigung lautet,dass die Regierung von den Plänen der Al-Qaida wusste und nichts unternommen habe, um damit ihrem Ziel näher zu kommen. Dafür spricht auch, dass überwachte Al-Qaida-Mitglieder und sonstige Terrorverdächtige nie auf die Flugverbotsliste gesetzt wurden.

Außerdem habe das FBI Generalbundesanwalt John Ashcroft bereits im Juli 2001 vor der weiteren Nutzung von Linienflügen gewarnt – andere Regierungsmitglieder haben ihre gebuchten Flüge kurz vor den Anschlägen kurzfristig abgesagt.

Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte bei einem Treffen im Pentagon vor neuen überraschenden Anschlägen gewarnt,wenige Minuten später erfuhr er von den Geschehnissen in New York und verließ das Treffen. Nachdem kurze Zeit später auch das Pentagon angegriffen wurde,wurde Rumsfeld eine Beteiligung an den Anschlägen nachgesagt.

Auch das Verhalten des damaligen Präsidenten George W. Bush sorgt seit Jahren für Spekulationen. Bush erfuhr um 9.03 Uhr vom zweiten Anschlag auf das WTC, während er in Florida einer Schulstunde beiwohnte. Er blieb noch sieben Minuten sitzen und hörte den Schülern zu, ehe er den Raum verließ. In einem Interview im Dezember 2001 sagte George W. Bush, dass er den ersten Einschlagins WTC im Fernsehen gesehen habe und einen Piloten-Unfall geglaubt habe, kurz danach habe er vom zweiten Einschlag erfahren. Kein TV-Sender hat jedoch den ersten Einschlag übertragen, weshalb Verschwörungstheoretiker in dieser Aussage eine Komplizenschaft deuten.

Wiederaufbau

Bei den Anschlägen in New York wurden neben den Zwillingstürmen noch für weitere WTC-Gebäude, sowie vier U-Bahn-Stationen zerstört. 23 weitere Gebäude wurden teilweise schwer beschädigt und später abgerissen.

Acht Monate nach den Anschlägen wurden die letzten Trümmerteile vom „Ground Zero“, so wird das Geländer des zerstörten WTC genannt, geräumt. Seit 2006 wurde dort am Wiederaufbau des Gebäudekomplexes gearbeitet. Herzstück ist dabei das „World Trade Center Memorial“.

Am 12.September 2011 wurde das Mahnmal am Gedenktag der Anschläge eröffnet. Dort befinden sich zwei Gedenkbrunnen, in denen die Namen der Opfer zu lesen sind, und ein Pavillon. Ein besonderer Gedenkpunkt bildet der "Survivor Tree", der aus den Trümmern des WTC geborgen wurde und in der neuen Gedenkstätte einen Platz bekommen hat.

Seit November 2014 ist auch das One World Trade Center geöffnet. Das Hauptgebäude des neuen Komplexes ist mit 541 Metern das höchste Gebäude der USA.

Autor: Linda Carugati
Bildnachweis: AP, APA/AFP, Twitter
Videos: YouTube

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