Bregenzer Festspiele

Am Mittwoch wird die zweite „Carmen“-Saison bei den Bregenzer Festspielen eröffnet. Neben dem bekannten Spiel auf dem See gibt es auch in diesem Jahr zahlreiche weitere Programmpunkte von der Hausoper über Orchesterkonzerte bis hin zu Musik und Poesie.

Rückblick

Die ersten Festspiele fanden 1946 auf zwei Kieskähnen statt. Aufgeführt wurde damals „Bastien et Bastienne“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Erst 1950 erhielten die Bregenzer Festspiele ihr erstes „richtiges“ Zuhause. Damals wurden auf der Bühneninsel hauptsächlich Operetten und Ballett aufgeführt. 6500 Plätze fasste der Zuschauerraum, bei Regen konnte in eine Sporthalle ausgewichen werden – diese bot aber nur Platz für 1000 Personen.

Über die Jahre wurden zahlreiche Opern, Theaterproduktionen und andere Aufführungen bei den Bregenzer Festspielen zum Besten gegeben. Inden Jahren 1993/1994 wurde zum ersten Mal in zwei Saison dieselbe Oper auf dem See gespielt. Über 300.000 Personen besuchten Verdis „Nabucco“ in den beiden Sommern.

318.000 Besucher sahen beim 50-Jahre-Jubiläum in den Jahren 1995/96  die Aufführung von Beethovens „Fidelio“,gefolgt von „Porgy and Bess“ (1997/98), „Ein Maskenball“ (1999/2000) und „La Bohème“ (2001/02).

2003 verließ der langjährige Intendant Alfred Wopmann mit „West Side Story“ die Bregenzer Festpiele. Im Jahr darauf übernahm David Pountney mit dem selben Erfolgsmusical.

2005 entschied sich der Intendant mit „Der Troubadour“ von Giuseppe Verdi wieder für eine epische Oper und lockte damit im ersten Sommer 172.862 auf die Seebühne. Das darauffolgende Jahr stand ganz im Zeichen des neusanierten Festspielhauses.

Es folgte die Oper „Tosca“ (2007/08), welche dank der Bond-Dreharbeiten und dem ZDF-EM-Studio im zweiten Jahr zur bestbesuchten Seebühnen-Opernwiederaufnahme der vergangenen zehn Jahre wurde.

In den folgenden Jahren wurden „Aida“ (2009/10), „André Chénier“(2011/12), „Die Zauberflöte (2013/14) und „Turandot“ (2015/16) aufgeführt.

Seit 1980 gibt es im Rahmen der Bregenzer Festspiele auch eine Oper im Haus.

Auszug der Hausopern:

·       Falstaffvon Giuseppe Verdi (1980)

·       Samson et Dalila von Camille Saint-Saens (1988/89)

·       OfMice and Men von Carlisle Floyd (2001)

·       Maskarade von Carl Nielsen (2005)

·       Tod in Venedig von Benjamin Britten (2007)

·       Der Kaufmann von Venedig (2013)

·       Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach (2015)

·       Amleto (Hamlet) von Franco Faccio (2016)

·       Mosè in Egitto (Moses in Ägypten) von Giachino Rossini(2017)

·       Beatrice Cenci von Berthold Goldschmidt (2018)

Hoppala

Am Mittwoch werden die Festspiele in Anwesenheit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und Jugend-und Familienministerin Juliane Bogner-Strauß eröffnet.

Dem Präsidenten gebührt dabei die Ehre der offiziellen Eröffnung. Ex-Bundespräsident Heinz Fischer passierte dabei der ein oder andere Faux-pas. So eröffnete er einmal in Bregenz die Salzburger Festspiele und auch das Jahr entfiel ihm einmal.

"Carmen" von Georges Bizet

»Karo! Pik! … Der Tod!« Die Karten, aus denen Carmen ihr Schicksal liest, verheißen ihr nichts Gutes. Sie wird sterben, gefolgt von Don José. Dessen Liebe lehnt sie nach der anfänglichen Verliebtheit ab, weil er nicht bereit ist, ihr bedingungslos ins Schmugglerleben zu folgen. Die Avancen des Stierkämpfers Escamillo kommen ihr dann gerade recht.

So erklären die Bregenzer Festspiele die Oper „Carmen“, welche in diesem Jahr in der zweiten Saison gespielt wird.

Hinter den Kulissen von "Carmen"

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Vorschau

In den kommenden zwei Sommern wird „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi gefolgt von „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini (2021/22) auf der Seebühne aufgeführt.

„Rigoletto“:

Rigoletto ist der Hofnarr des Herzogs von Mantua, der ein notorischer Frauenheld ist. Der Narr macht sich am liebsten über die Geliebten des Herzogs und deren gehörnte Ehemänner und entsetzte Väter lustig und demütigt. Die Hofgesellschaft will dem Narren deshalb einen ordentlichen Denkzettel verpassen.

„Madame Butterfly“

Ein amerikanischer Offizier erwirbt ein Haus in Nagasaki inklusive der Geisha Cio Cio San, genannt Butterfly. Der Offizier verliebt sich in das Mädchen und heiratet diese kurzerhand. Während es für Butterfly eine ernste Angelegenheit ist, sieht der Amerikaner sie nur als Affäre vor seiner Rückkehr in die USA.

Text: Linda Carugati
Bilder: VOL.AT/Steurer, Hofmeister, Stiplovsek