Fleisch – einmal ganz genau beleuchtet

Wir Vorarlbergerinnen und Vorarlberger lieben Fleisch. Aber wir wollen keinesfalls im Dunkeln tappen, wenn es darum geht, was bei uns auf den Teller kommt. Deshalb haben wir für Sie gemeinsam mit Frische-Einkaufsleiter Klaus Kohler und Category Manager Harald Leitner das Fleischangebot bei Sutterlüty einmal ganz genau unter die Lupe genommen.

Ohne aufschneiden zu wollen: Das Fleischangebot bei Sutterlüty hält, was es verspricht.

"Seit den Sechzigerjahren hat sich der Fleischkonsum hierzulande nahezu verdreifacht“

Als wir uns mit Klaus Kohler und Harald Leitner zum Lokalaugenschein an der Fleischtheke im Ländlemarkt in Egg treffen, haben wir nicht nur den großen Scheinwerfer im Gepäck, sondern auch jede Menge Fragen. Denn davon hat man, gerade wenn es um Fleisch geht, als kritische Konsumentin und kritischer Konsument schließlich mehr als genug. Umso mehr freut es uns, dass wir heute die Gelegenheit haben, das Thema direkt mit den beiden Experten zu beleuchten. Und schon nach wenigen Minuten sind wir um einige interessante Informationen reicher.

So bestätigen die beiden bei Sutterlüty für den Fleischeinkauf Hauptverantwortlichen gleich eingangs, wovon wir ohnehin ausgegangen sind: Als Vorreiter in der Vermarktung regionaler Lebensmittel gibt Sutterlüty natürlich auch den regionalen Fleischproduzenten ganz klar den Vorzug. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt und die hohen Ansprüche an die Haltungsbedingungen können erfüllt werden. Das allerdings ist ohnehin nicht das Problem, denn immer mehr Betriebe in Vorarlberg nehmen ihre Verantwortung gegenüber Tier und Umwelt sehr ernst und leisten hervorragende Arbeit.

„Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, dass die Nachfrage im Ländle bei Weitem nicht aus den eigenen Ställen gedeckt werden kann. Denn seit den Sechzigerjahren hat sich der Fleischkonsum hierzulande nahezu verdreifacht“, bringt Klaus Kohler Fakten zur Sprache, die uns dann doch überraschen. Wir Vorarlbergerinnen und Vorarlberger essen also die dreifache Menge an Fleisch wie noch vor rund 50 Jahren. Das hat natürlich auch Konsequenzen in Hinblick auf die Verfügbarkeit: Nur bei Lamm und Ziegenkitz kann der Bedarf im Land noch zu 100 Prozent mit Fleisch aus Vorarlberg abgedeckt werden. Bei Rind und Kalb sind es immerhin noch 60 Prozent. Bei Schweinefleisch nur mehr vier Prozent und bei Geflügel überhaupt nur noch ein Prozent.

Besonders deutlich wird die Diskrepanz, wenn man diesen Zahlen die bei Sutterlüty am häufigsten verkauften Fleischsorten gegenüberstellt: In den 23 Ländlemärkten werden mengenmäßig übers Jahr gerechnet 46 Prozent Schweinefleisch, 18 Prozent Rindfleisch und 32 Prozent Geflügel verkauft. Die restlichen vier Prozent teilen sich Kalb, Lamm, Ziege und Wild.

WO IMMER ES GEHT: AUS DEM LÄNDLE ...

Jakob Behmann aus St. Gerold

... Das heißt: Auch wenn Sutterlüty am liebsten nur Fleisch aus Vorarlberg anbieten würde, es gibt dieses Fleisch nicht in der entsprechenden Menge. Aber warum ist das so? Eignet sich denn Vorarlberg nicht zur Schweinezucht? „Natürlich! Wer allerdings von der Schweinezucht leben und trotzdem nicht auf konventionelle und tierverachtende Mastmethoden zurückgreifen möchte, der muss eben einen höheren Preis verlangen, als viele Konsumentinnen und Konsumenten ihn zahlen können oder wollen“, fasst Category Manager Harald Leitner die Problematik zusammen. Die Konsequenz daraus: Für jene Betriebe, die Schweine in einer entsprechenden Größenordnung züchten könnten, zahlt sich der Aufwand schlichtweg nicht aus.

Bernd Höfarter, Flötzerhof Wolfurt

Bernd Höfarter, Flötzerhof Wolfurt

„Wo immer es deren Kapazitäten ermöglichen, beziehen wir unser Fleisch natürlich trotzdem von regionalen Partnern. Leider gibt es in Vorarlberg nur eine sehr begrenzte Anzahl an Betrieben, die einerseits eine gewisse Menge an Fleisch liefern können und andererseits die Qualitätsstandards einhalten können, die wir für eine Zusammenarbeit voraussetzen“, so Leitner weiter. Diese Qualitätskriterien betreffen in erster Linie die lückenlose Kennzeichnung, die Nachvollziehbarkeit der Herkunft oder das Alter und Gewicht der Tiere bei der Schlachtung. „Selbstverständlich legen wir auch großen Wert auf artgerechte Haltungsbedingungen wie Tageslicht und Platz im Stall, natürliche Einstreu, ausreichend Auslauf und gesundes Futter“, ergänzt Klaus Kohler.

Karl-Heinz Karu, Wälderhennele, Sulzberg

Karl-Heinz Karu, Wälderhennele, Sulzberg

Mit einigen der Vorarlberger Partnerbetriebe arbeitet das Team schon seit Jahren zusammen. Man kennt und vertraut einander. Auch ein Großteil der neueren Lieferanten konnte über persönliche Kontakte und Empfehlungen gefunden werden. „Wir betrachten unsere regionalen Lieferanten als Partner, denen wir auf Augenhöhe begegnen. Wir wissen, was möglich ist und was nicht. Deshalb stellen wir keine unerfüllbaren Anforderungen, sondern fördern unsere Partner in dem für sie möglichen Rahmen zur Weiterentwicklung“, fasst Klaus Kohler die Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen den Ländlemärkten und den oftmals kleinen Züchtern zusammen.

… ABER IMMER ZU 100 % AUS ÖSTERREICH

Wo es, wie eben bei Schweinefleisch, beim besten Willen einfach nicht möglich ist, den Bedarf in Vorarlberg zu decken, greift Sutterlüty bei Schwein, Rind, Kalb, Lamm, Wild und Huhn zu 100% auf Fleisch aus Österreich zurück. Auch für die Qualitätssicherung in den Märkten ist gesorgt: Hier werden regelmäßig unangemeldete Überprüfungen durch die BOS-Rindfleischkennzeichnungskontrolle sowie die SGS-BIO-Kontrollstelle durchgeführt. Darüber hinaus unterzieht sich Sutterlüty freiwillig und kostenpflichtig Überprüfungen durch das REWE-Qualitätsmanagement. „Wir werden von der Einhaltung der Hygienevorschriften über die Verpackung bis zur Etikettierung genauestens durchleuchtet.“

Wo kommt welches Fleisch bei Sutterlüty her?

Sutterlüty’s Bio-Hennele: Ewald Bechter, Müselbach, und Jakob Behmann, St. Gerold
Sutterlüty’s Wälderhennele: Karlheinz Karu, Sulzberg
Huhn konventionell: Geflügel Wech, St. Andrä im Lavantthal, oder Huber’s Landhendl, Pfaffstätt
Sutterlüty’s Bio-Pute: Konrad Stark, Blons
Pute konventionell: Geflügel Wech, St. Andrä im Lavantthal, oder Huber’s Landhendl, überwiegend aus Österreich, bei Knappheit aus Deutschland
Sutterlüty’s Bio-Weidegans: Sunnahof, Tufers, und Jakob Behmann, St. Gerold
Ländle-Ziegenkitz: Flötzerhof, Wolfurt
Lamm: Klaus Aberer, Bizau; Jakob Behmann, St. Gerold; Herbert Bischof, Sonntag; Gebhard Dorn, Riefensberg; Thomas Fink, Alberschwende; Rupert Fink, St. Gerold; Thomas Fitsch, Ludesch; Hubert Gaßner, Frastanz; Roman Gaßner, Frastanz; Michael Gaßner, Sulz;
Günther Giselbrecht, Doren; Paul Gisinger, Koblach; Thomas Gmeiner, Bizau; Norbert Illmer, Feldkirch-Tisis; Franz Fechtig, Dornbirn; Egon Kathan, Fraxern;
Christian Kohler, Dornbirn; Christoph Maier, Schruns; Gernot Mayer, Feldkirch; Thomas Rohner, Wolfurt;
Josef Summer, Fraxern; Christoph Vonblon-Bürkle, Bürs; Mattigtaler Lamm e. U., Auerbach
Ländle-Kalbfleisch: von Vorarlberger Bauern*
Bio-Rind: je nach Verfügbarkeit aus dem Ländle vom Sunnahof, Tufers, oder von Reinhard Kräutler, Koblach, oder aus Österreich
Schwein und Rind: Großfurtner, St. Martin im Innkreis, Berghammer, Neunkirchen am Walde, Steirerfleisch, Wolfsberg im Schwarzautal
Bio-Schweinefleisch: Fa. Sonnberg, Unterweißenbach OÖ
Hirsch & Reh: zu 100 % aus Vorarlberger Wäldern
Restliches Wild: zu 100 % aus österreichischen Wäldern

Eine detaillierte Liste erhalten Sie auf Anfrage unter magazin@sutterluety.at

KEIN ETIKETTEN-
SCHWINDEL!

Diese Sutterlüty Bio-Weidegänse genießen ihren Auslauf am Sunnahof in Tufers.

An der Sutterlüty Fleischtheke tappen Kundinnen und Kunden also keineswegs im Dunkeln. Bei der breiten Palette an ganzjährigen und saisonalen Fleischspezialitäten aus dem Ländle oder aus Österreich stimmt nicht nur die Qualität, sondern auch die Beratung.

GF Christoph Egger von der Metzgerei Broger mit den Sutterlüty's Bio-Weiderind-Züchtern Thomas Lampert und Reinhard Kräutler aus Koblach

GF Christoph Egger von der Metzgerei Broger mit den Sutterlüty's Bio-Weiderind-Züchtern Thomas Lampert und Reinhard Kräutler aus Koblach

Denn bei Sutterlüty setzt man auf Experten statt auf Halbwissen. 15 ausgebildete Fleischsommelièren und Fleischsommeliers sowie eine ganze Reihe an AMA-Grill-Trainern wissen, wovon sie sprechen, und beantworten Fragen zu den angebotenen Fleischspezialitäten gerne und fachlich kompetent. „Vertrauenswürdig zu sein hat für uns den höchsten Stellenwert. Etikettenschwindel können und wollen wir uns nicht leisten“, betont Klaus Kohler. „Wir sind es unseren Kundinnen und Kunden schuldig, unser Bestes zu tun, damit jede und jeder verantwortungsvoll entscheiden kann, welches Fleisch er oder sie kaufen will.“ In diesem Sinne treffen auch wir heute eine Entscheidung: Nämlich, dass es selbst bei einem so vorbildlichen Angebot wie bei Sutterlüty nicht schaden kann, hin und wieder auf Fleisch zu verzichten – und sich dafür das nächste Mal ein vielleicht etwas teureres, aber mit Sicherheit b’sundriges Stück Fleisch aus dem Ländle zu gönnen.

Auch bei Martina Behmann in St. Gerold fühlen sich die Gänseküken wohl.

Auch bei Martina Behmann in St. Gerold fühlen sich die Gänseküken wohl.

Ein Artikel aus dem B'sundrig Magazin von Sutterlüty. Hier können sie das ganze Magazin in digitaler Form erleben.