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Kurze Zusammenfassung:
- Nach einer Schilddrüsen-OP und dem Verlust ihrer Stimme muss Fernanda ihren ursprünglichen Berufswunsch überdenken. So findet sie ihren Weg zu den Bregenzer Festspielen.
- Heute vereint sie ihre Erfahrungen als Musikpädagogin, Eventmanagerin und Künstlerin in einem abwechslungsreichen Job mit Blick auf den Bodensee.
- Mit Projekten wie Singalong am See, Kinderoper oder Young People’s Night bringt sie Menschen zusammen und macht Musik für alle erlebbar.
- Ihr Herzensanliegen: Kunst für jede Generation zugänglich machen, besonders für Kinder und Jugendliche – ohne Barrieren oder Perfektionsdruck.
- Fernandas Geschichte zeigt: Aus einem Rückschlag kann ein neuer Lebensweg entstehen – und manchmal findet man genau dort sein Glück, wo man es nicht erwartet hat.
Der Bodensee glitzert. Jeden Morgen, wenn Fernanda de Mattos an ihrem Schreibtisch Platz nimmt und aus dem Fenster blickt, sieht sie den wunderschönen See „Best view ever“, ist sie überzeugt und freut sich nicht nur über ihren Büroblick, sondern auch über ihren Beruf. Und dabei wäre alles fast ganz anders gekommen…
Ursprünglich aus Sao Paulo landete Fernanda nach Aufenthalten in den USA und Spanien vor rund drei Jahren in Salzburg. Dort absolvierte sie ihren Master in Musik- und Bewegungspädagogik, ein Fachgebiet, mit dem sie sich seit 15 Jahren beschäftigt, um Kindern die Welt der Musik auf interdisziplinäre Weise näherzubringen. Nach dem Studium sollte es für sie weiter nach Wien gehen, aber geänderte persönliche Umstände und unterschiedliche Ansätze in der Musikpädagogik haben Fernanda zum Umdenken gebracht.
Wie könnte sie ihre Erfahrungen, die sie in Brasilien und anderen Ländern als Pädagogin und Künstlerin gesammelt hat, nun in Österreich einbringen? So wurde sie auf eine Stellenausschreibung der Bregenzer Festspiele "Leitung Junge Festspiele" aufmerksam, bewarb sich und bekam die Stelle.
„Ich kann bei meinem Beruf alles vereinen, was ich an beruflichen Erfahrungen mitbringe, von meinem Job als Clown über Eventmanagerin bis hin zur Musikpädagogin. Es ist, als ob sie auf mich gewartet hätte.“
Ihr Arbeitsalltag ist alles andere als gewöhnlich. Kein Tag gleicht dem anderen und das liebt sie daran. Mal sitzt sie in Meetings, mal hat sie auswärts Termine, mal holt sie Materialien ab und mal begleitet sie die Künstler(innen). „Aktuell sind wir in den Vorbereitungsphasen und da muss ich viel organisieren und koordinieren. Aber spätestens im Sommer wird mein Bürostuhl kalt bleiben und ich bin mehr draußen unterwegs“, erzählt sie mit strahlendem Gesicht. Eines ihrer Projekte ist das Singalong am See, bei dem im Rahmen des 80-jährigen Jubiläums der Bregenzer Festspiele, der größte Chor Vorarlbergs entstehen soll.
„Beim Singalong am See wird alles umgedreht und genau das liebe ich daran: Die Tribüne verwandelt sich in die Bühne und die singenden Personen sind Publikum und Chor in einem. Gesungen werden Stücke aus acht Jahrzehnten Festspielgeschichte und alle Singbegeisterte sind eingeladen mitzusingen, egal ob Einzelpersonen, Chöre oder Gesangsgruppen.“
Unter der Leitung des australischen Dirigenten Steven Moore verwandelt sich am 1. August 2026 das Festspiel-Areal in einen mitreißenden Klangkörper unter freiem Himmel. Tausende Menschen singen gemeinsam, jede Stimme zählt, keine muss perfekt sein. „Unsere Stimme ist unser erstes Instrument“, sagt Fernanda. „Jede ist einzigartig. Und jede gehört dazu.“ Denn ob Profi oder Laie - mitmachen lohn sich! Daher ist es ihr nicht wichtig, dass man perfekt singt, sondern sie freut sich schon sehr auf die Atmosphäre, die entsteht, wenn tausende Menschen zusammen singen und die Festspiel-Tribüne zur Bühne wird. Denn die Musik ist eine Sprache, die verbindet. Egal, welche Muttersprache man spricht.
„Kunst ist für alle“
Was Fernanda täglich antreibt, ist eine Überzeugung, die sie schon lange in sich trägt: Kunst ist für alle da. Sie selbst hat mit 15 Jahren zu Musik und Tanz gefunden und das, obwohl ihre Eltern es ihr nicht vorgelebt haben. Genau deshalb liegen ihr auch die Jungen Festspiele so am Herzen. Fernanda möchte den Kindern in Vorarlberg die Welt der Musik und der Kunst näherbringen. „Kinder können mehr als Kinderlieder hören, denn sie können auch komplexere Musik verstehen. Oft werden sie unterschätzt“, ist sie überzeugt.







„Mir liegt es am Herzen, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Als Musikpädagogin ist es meine Aufgabe, unsichtbare Mauern einzureißen. Denn Kunst gehört nicht den Künstlern allein – sie gehört uns allen."
Kindern und Jugendlichen die Welt der Kunst näherzubringen – das ist nicht nur Fernandas Herzensanliegen, sondern zugleich ihr Beruf. Und wie gelingt ihr das? Durch eine Vielfalt an spannenden Projekten:
Neben ihren zahlreichen Aufgaben übernimmt Fernanda immer wieder auch Backstage-Führungen für junge Erwachsene und Kinder. „Wenn es meine Zeit zulässt, nehme ich junge Menschen gerne mit auf eine interessante Reise ins Innere eines Theaterbetriebs, denn ich bin gerne mit Kindern zusammen und die Touren machen mir großen Spaß.“ Ein Blick hinter die Kulissen zeigt ihnen die größte Seebühne der Welt hautnah.






Für Fernanda ist klar, die Bregenzer Festspiele sind mehr als das Spiel auf dem See. Es gibt ein großes Programm neben und auch vor der Festspielsaison, was die verschiedenen Initiativen aufzeigen. Und mittendrin ist Fernanda, die in Vorarlberg ihre neue Heimat gefunden hat. „Wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, liebe ich den Ausblick auf die Berge. Das ist einfach traumhaft“, schwärmt sie. Trotz ihrer Begeisterung für die Berge ist das Meer ihr Lieblingsort – ganz ihr Ding, wie sie lachend erzählt.
Fernandas Geschichte ist der beste Beweis, dass Musik die ganze Welt miteinander verbindet und Grenzen überwinden kann. Musik kann aber auch unerwartete Perspektiven und Wege öffnen. So findet man ganz genau den Ort, an den man hingehört.
