
Der Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft
Der Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft
Eine Tür in die Vergangenheit. „Hier beginnt die Reise durch die Zeit – von den Anfängen über die Gegenwart bis zur Zukunft der Energieerzeugung in Vorarlberg“, erklärt Peter Leopolder-Egle mit einem Lächeln, das seine Leidenschaft für seinen Beruf verrät.
"Bei diesem Job zählen die Details. Besser gesagt, man muss ein Tüpfleschißer sein."
Peter ist Leiter des technischen Dokumentenmanagements bei der illwerke vkw. Bereits seit über vier Jahren sorgt er unter anderem dafür, dass die Bestandsdokumente (das sind Dokumente, die den Bestand der Anlage beschreiben) digitalisiert, archiviert und nach Bedarf den Mitarbeitenden bereitgestellt werden. „Ungefähr 95 Prozent der Dokumente wurden bereits digitalisiert.
Doch über unser Dokumentenmanagementsystem finden wir auch die Pläne, Unterlagen und ähnliches, die es nur in Papier- oder Folienform gibt.“ Jedes Bestandsdokument bekommt seinen eigenen individuellen Stempel. Dieser bestätigt die Gültigkeit und sorgt dafür, dass man es einfach und unkompliziert findet.
„Das Schöne ist, dass wir das Vergangene in die Gegenwart holen und für die Zukunft aufbewahren.“
Die Arbeit bei der illwerke vkw hat für den gebürtigen Tschaggunser auch eine historische Dimension. „Die Dokumente sind Zeugen ihrer Zeit. Sie erzählen, wie die Anlagen gebaut wurden, welche technischen Herausforderungen es gab und wie diese gemeistert wurden. Denn die Fotos, die damals gemacht wurden, zeigen neben den Landschaften vor allem die (bau-)technischen Aspekte.“ Als gelernter Anlagenelektriker hat Peter nicht nur das technische Verständnis, sondern auch das historische Interesse, um seine Aufgaben zu meistern.
WEITERE BILDER
100 Jahre Energie aus Vorarlberg
Das Jubiläum „100 Jahre Energie aus Vorarlberg“ ist ein besonderer Meilenstein für das Unternehmen und für Peter, denn es wurde unter anderem eine eigene Website erstellt. An dieser waren sein Team und er maßgeblich beteiligt und haben Material aus dem umfangreichen Bildarchiv zusammengetragen. „Es ist eine Ehre, Teil dieser Geschichte zu sein und zu sehen, wie die Bilder, Urkunden oder Pläne, die in unseren Archiven liegen, Teil der Geschichte Vorarlbergs werden“, reflektiert Peter.
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Ein Blick zurück...
Vorarlberg hat wenige natürlich vorkommende Rohstoffe. Doch bereits vor über 100 Jahren haben Pioniere die Bedeutung des Wassers für die Stromerzeugung erkannt. So entstanden Pläne, wie man sich die Wasserkraft geschickt zu Nutze machen kann.
Am 5. November 1924 wurden die Vorarlberger Illwerke gegründet. Vier Jahre später, im Mai 1928, wurden die Vorarlberger Illwerke zu einer Aktiengesellschaft. Dieser Vertrag bildet noch heute das Fundament des Unternehmens.
Das Vermuntwerk in Partenen war das erste einer Reihe an Kraftwerken. 1930 nahm es den Betrieb auf und bildete einen Meilenstein, denn es war eines der größten Wasserkraftwerke Europas.
Während nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Gleichgesinnte in den Führungsebenen positioniert wurden, wurden an den Baustellen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt. Um die Kraftwerke vor der Sprengung zu retten, spielten sich kurz vor Kriegsende dramatische und filmreife Szenen ab.
Im Zuge des zweiten Verstaatlichungsgesetzes im Jahr 1947 gingen die Eigenkapitalsanteile der RWE und EVS an den Illwerken auf die Republik Österreich über. Entscheidend für die Zukunft war der Illwerke-Vertrag 1952, darin wurden die Strombezugsrechte neu geregelt.
In den kommenden Jahren wurden weitere Kraftwerke wie das Kopswerk, das Lünerseewerk, das Walgauwerk und das Rondundwerk II in Betrieb genommen.
Das in den 1920ern vereinbarte Heimfallsrecht rückte immer näher und so begann das Ringen um die Vorarlberger Illwerke. Nach langem, nervenaufreibendem Bangen und unzähligen Stunden harter Verhandlungen gelang es schließlich dem Land Vorarlberg, sich die Anteile zu sichern.
Mit der Liberalisierung des Strommarktes begann eine neue Ära. Und der Weg für die Zusammenführung der Illwerke und der vkw wurde geebnet.
Ein weiterer Meilenstein war der Bau des Kopswerks II. Denn es wurden neue Wege beschritten: Das Kraftwerk war ein ambitioniertes, innovatives Projekt, das seinesgleichen suchte – kurz: Es war Neuland. Doch der Mut wurde belohnt und es war ein voller Erfolg fürs Unternehmen.
Dank des Erfolges konnten weitere Wasserkraftwerke wie das Obervermuntwerk II gebaut werden, das eines der größten Kraftwerke des Unternehmens ist.
In der Zukunft sollen alle Energiesysteme mit natürlichen Ressourcen gespeist werden. Darum entstand die Idee, die im Archiv vorhandenen Pläne für das Lünerseewerks II zu begutachten und zu realisieren. Eine weitere herausfordernde Pionierleistung.
Immer wieder wurden Pionierleistungen erbracht und große Risiken eingegangen. Doch dieser innovative Mut wurde belohnt und so blickt man dank nachhaltiger Energieerzeugung zuversichtlich in die Zukunft. „Ich finde es spannend zu sehen, wie mit den damaligen technischen Möglichkeiten so Großes entstehen konnte", schwärmt Peter.

Die Digitalisierung der historischen Dokumente ist nur ein Teil seiner Aufgabe. Als fachlicher Administrator sorgt der Montafoner dafür, dass stets der aktuelle Plan der Anlagen verfügbar ist. „Es ist ein fortlaufender Prozess, der nie endet. Wir müssen immer am Ball bleiben, um sicherzustellen, dass unsere Kolleg:innen die aktuellen Informationen haben“, erklärt er die Herausforderungen. Zusätzlich ist Peter auch die Schnittstelle zum Fachbereich IT, gibt innerhalb des Unternehmens Schulungen, kümmert sich um personelle Angelegenheiten und entwickelt bzw. optimiert die Prozesse.




In seiner Freizeit findet Peter Entspannung beim Kochen, Schwimmen und Radfahren. „Das ist mein Ausgleich. Ich probiere gerne neue Rezepte aus, aber meine Frau findet meine Lasagne am besten“, scherzt er. Reisen bildet einen weiteren wichtigen Aspekt seines Lebens: „Island hat mich tief beeindruckt und ich werde definitiv nochmal dorthin reisen. Die Nordlichter waren ein ganz besonderes Highlight für mich. Und Japan möchte ich auch unbedingt mal live erleben, einfach weil es komplett anders ist.“
Im Rahmen des 100 Jahre Jubiläums finden viele Veranstaltungen statt. „Beim Tag des offenen Archivs gab es umfassende Einblicke in unsere Arbeit. Ich war erfreut, dass zahlreiche Vorarlbergerinnen und Vorarlberger der Einladung gefolgt sind und sich für die Technik und Geschichte, die in diesen Räumen steckt, interessierten.“
Für Peter Leopolder-Egle ist es mehr als ein Beruf; für ihn ist es eine Mission, die Vergangenheit zu bewahren und für die Zukunft zugänglich zu machen. Du bist auch bereit für größere Aufgaben? Dann freuen wir uns auf dich!

Produziert von Russmedia Digital GmbH
Texte: Nadine Schnetzer - Fotos & Videos: Nadine Schnetzer / illwerke vkw
Dieser Artikel wurde im Auftrag des werbetreibenden Unternehmens erstellt.
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