
Pionierleistung auf dem Weg in die Zukunft
Audio wurde mit KI generiert
Kurze Zusammenfassung:
Sein Weg dorthin führt über Umwege, Neugier und eine wachsende Faszination für Energie.
Die Generalerneuerung ist Teil des Zukunftsprogramms der illwerke vkw.
Im hinteren Montafon, wo das Tal enger wird, steht Philip auf einer Baustelle im Vermuntwerk. Das Kraftwerk in Partenen kennt er inzwischen in- und auswendig. Das Krafthaus, die Warte und die alten Maschinensätze, die gerade Stück für Stück demontiert werden. Jedes Mal wenn Philip hier ist, überkommt ihn das Gefühl, etwas Besonderes zu tun.
Nicht nur wegen des Ortes. Sondern wegen der Menschen, mit denen er hier steht. Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen und Unternehmen, jede(r) mit jahrelanger Erfahrung im Gepäck. Dass er gemeinsam mit diesem Team eine so bedeutende Aufgabe übernehmen darf, empfindet er als echte Ehre.
Philip Bittner ist Projektleiter bei der illwerke vkw, zuständig für die Generalerneuerung des ältesten Kraftwerks im Portfolio des Vorarlberger Energiedienstleisters. Aber wer er ist, lässt sich nicht in einem Satz erklären.
Aufgewachsen im Tiroler Unterland, studierte er nach dem humanistischen Gymnasium zunächst Bauingenieurwesen in Innsbruck. Statik, Planung, Sanierung – interessante Themen. Aber etwas fehlte. „Man wächst mit seinen Aufgaben," sagt er. Und er merkte schnell: ihn interessierte nicht nur das Planen von starren Bauwerken. Was passiert, wenn das Wasser durch die Turbine läuft? Wie entsteht Strom aus Wasserkraft genau? Und welche Rolle spielt er in unserem Leben?
Also studierte er weiter. Wasserkraft an der TU Graz. Dann europäische Energiewirtschaft in Kufstein. „Dadurch haben sich für mich sehr viele Kreise geschlossen," erzählt er. Er verstand nicht mehr nur, wie ein Kraftwerk funktioniert. Er verstand auch, warum es existiert und welche Bedeutung es für die Gesellschaft hat.





„Das Pionierhafte beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue und ich bin fasziniert, was man mit den damaligen Mitteln und Bauweisen geschafft hat. Heute blicken wir auf große Ingenieurskunst — mutig umgesetzt ohne Rechnerleistung, ohne digitale Modelle.“
Das Vermuntwerk ist kein gewöhnliches Kraftwerk. Als es 1930 in Betrieb ging, war es das größte Wasserkraftwerk Österreichs — und eine Pionierleistung für die damalige Zeit.
Aber das eigentlich Revolutionäre war nicht das Kraftwerk selbst. Es war die Verbindung, die es schuf. Über eine rund 600 Kilometer lange Hochspannungsleitung, die erste Energieübertragung Europas, über eine solch große Distanz, wurde der Strom direkt ins rheinisch-westfälische Industriegebiet geliefert. Schnell regelbare Wasserkraft aus den Vorarlberger Alpen im Verbund mit den schwerfälligeren Kohlekraftwerken des Ruhrgebiets. Was damals als praktische Lösung eines technischen Problems begann, wurde zur Keimzelle des europäischen Stromverbundnetzes.
„Ein Kraftwerk mit Geschichte“
Nach Jahren als beratender Ingenieur wechselte Philip vor über fünf Jahren die Seite. Heute ist er Projektleiter im Geschäftsfeld Wasserkraft der illwerke vkw und Teil einer eigenen Organisationseinheit. Im Team: Projektleiter(innen), die genau den Blick mitbringen, den komplexe Vorhaben brauchen.
„Projekte wie die Generalerneuerung eines Kraftwerks haben immer einen Kontext in verschiedensten Dimensionen," erklärt er. Technik ist dabei nur ein Teil. Daneben gibt es Behördenverfahren, Anrainer-Informationen, logistische Herausforderungen, ökologische Auflagen, rechtliche Fragen. Wer das alles im Blick hat und zusammenhält, bringt ein Vorhaben in seiner Gesamtheit ins Ziel.
Der Weg zur illwerke vkw
Weltneuheit im Bestand
95 Millionen Euro investiert die illwerke vkw in die Generalerneuerung des Vermuntwerks. Bis Herbst 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Fünf alte Maschinensätze werden durch zwei neue ersetzt und die sind alles andere als gewöhnlich.
Eine Pelton-Turbine funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Ein Wasserstrahl trifft mit hoher Geschwindigkeit auf schalenförmige Schaufeln an einem Rad. Das Rad dreht sich, der Generator produziert Strom. Eingebaut werden zwei sechsdüsige horizontale Pelton-Turbinen – und das ist eine echte Weltpremiere: Bisher war es unüblich, eine horizontale Anlage mit mehr als drei Düsen zu betreiben, weil das herabfallende Wasser aus dem Laufrad die Strahlen der unten liegenden Düsen stören kann. Weltweit gibt es derzeit nur eine einzige weitere vergleichbare Anlage.
Philip erklärt das mit einer Selbstverständlichkeit, die zeigt: er ist absoluter Experte in seinem Fach. Das Prinzip dahinter ist dasselbe wie vor 100 Jahren. „Nach wie vor treibt ein Wasserstrahl das Turbinenlaufrad an," sagt er. Die Physik hat sich also nicht verändert. Was sich verändert hat, ist die Präzision, mit der man die Kraft des Wassers nutzen kann.
Und das alles, ohne das Gebäude zu erweitern. Alles wurde in die bestehende Struktur integriert — eine logistische Meisterleistung in einem Raum, in dem jeder Quadratmeter zählt.

Investition in die Energiezukunft
Das Vermuntwerk wird nach der Generalerneuerung 286 statt 270 Gigawattstunden im Jahr produzieren — bei gleichem Wasserverbrauch durch verbesserte Wirkungsgrade. Die illwerke vkw investiert bis 2040 rund 9 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien, ein Bekenntnis zur Region und zur europäischen Energiewende.
Was hinter dem Lichtschalter passiert
Wenn jemand sein Elektroauto einsteckt, muss in diesem Moment irgendwo im Netz Strom eingespeist werden. Das geht nicht von selbst. Bei illwerke vkw geschieht das über Wasserkraft oder Photovoltaik. Wenn Wind- oder Solaranlagen gerade zu viel produzieren, nimmt man den überschüssigen Strom ab — und pumpt damit Wasser zurück in den Speicher. Ein riesiger natürlicher Akku, mitten in den Alpen.
Genau das ist die Stärke der Speicherwasserkraft in der Energiewende. Wind und Sonne liefern Strom dann, wenn sie wollen — nicht unbedingt dann, wenn er gebraucht wird. Wasserkraft springt ein: kurzfristig, mit großer Leistung, in beide Richtungen. „Sie ist eine der wenigen Technologien, die so flexibel sind," sagt Philip.
Das Vermuntwerk wird nach der Generalerneuerung 286 statt 270 Gigawattstunden im Jahr produzieren — bei gleichem Wasserverbrauch, durch verbesserte Wirkungsgrade. illwerke vkw investiert bis 2040 rund 9 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien, ein Bekenntnis zur Region und zur europäischen Energiewende.

Für Philip schließt sich damit ein Kreis. Das Kraftwerk, das vor fast 100 Jahren die Grundlage für das europäische Verbundnetz gelegt hat, macht sich gerade für die nächsten Jahrzehnte fit. „Allein aus der Geschichte dabei sein zu können, das macht für mich Sinn," sagt er.
Für Philip wird damit Pioniergeschichte weitergeschrieben. Das Kraftwerk, das vor fast 100 Jahren die Grundlage für das europäische Verbundnetz gelegt hat, macht sich gerade für die nächsten Jahrzehnte fit. „Hier als Projektleiter hautnah dabei sein zu können, macht für mich Sinn und erfüllt mich mit Stolz."
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