
Julian und seine Mission Windkraft
Audio wurde mit KI generiert
Kurze Zusammenfassung:
- Mit 23 Jahren steht Julian dort, wo andere erst hinwollen – doch sein Weg begann ganz oben im Windrad.
- 165 Meter über dem Boden lernte er, was Vertrauen wirklich bedeutet.
- Vom Techniker zum Manager – und trotzdem steigt er noch selbst hinauf.
- Ein Zufall und eine Wohnung führten ihn nach Vorarlberg, wo ihn plötzlich niemand ersetzen konnte.
- Jetzt gestaltet er die Energiezukunft mit – und stellt eine Frage, die alles verändert.
Ein Moment voller Energie
165 Meter über dem Boden. Der Wind drückt von außen gegen den Turm. Es schwankt aber nicht, wie man denkt. „Vielmehr sind es unrhythmische Bewegungen mit dem Wind ", sagt Julian. Genau dieser Moment, in dem das Element Wind in seiner ganzen Stärke zu spüren ist, fasziniert ihn immer wieder aufs Neue.
Julian ist 23 Jahre alt. Er war einer der jüngsten Windkraftservicetechniker in der Firma, in welcher er das erste Mal in diese Branche eintauchte. Heute managt er für die illwerke vkw Windparks in Deutschland und freut sich, wenn er wieder selbst zur Gondel hochsteigen darf.
Was danach kommt, geht schnell. Julian steigt ins Wind- und Photovoltaik-Team der illwerke vkw ein – und erlebt, wie das Windkraftportfolio weiter ausgebaut wird. Mittlerweile betreibt die illwerke vkw fünf Windparks in Deutschland, die gemeinsam über 84.000 Haushalte mit Strom versorgen. Und Julian ist mittendrin.
Sein Job: Als Projektleiter für technisches Assetmanagement betrachtet Julian die Parks als wirtschaftliches Gut. Er kauft Dienstleistungen ein, verhandelt Verträge. Steht vor Führungskräften und berichtet ihnen über den aktuellen Stand und Entwicklungen. „Man muss das rein technisch betrachten und Themen konstruktiv angehen", sagt er. Was Julian von anderen in dieser Rolle unterscheidet: Er kennt Herausforderungen nicht nur aus dem Reporting, sondern aus der Praxis.
Aus einem Projekt wird mehr
Wie kommt ein Niederösterreicher mit Windkraft-Know-how zur illwerke vkw nach Vorarlberg? Ganz einfach: aus persönlichen Beweggründen. Julian wollte ins Ländle und stand gleichzeitig vor der Frage: Studium oder Berufslaufbahn? Dass die Windkraft in Vorarlberg ausgebaut werden soll, hat die Entscheidung leichter gemacht.
Bei einer Wohnungsbesichtigung kam Julian dann mit einem Mitarbeiter der illwerke vkw ins Gespräch, der ihm erzählte, dass das Windkraft-Team verstärkt werden sollen. Da Julian keine Stellenanzeige dazu fand, suchte er einfach den direkten Kontakt. Und tatsächlich: Es wurde noch jemand mit technischem Hintergrund aus der Windbranche gesucht. Jemand, der sowohl über theoretisches Wissen zur Windkrafterzeugung verfügt, als auch im Idealfall mit praktischer Erfahrung als Techniker aufwarten kann. Und genau das war sein Vorteil.
Von einer Wohnungsbesichtigung ins Team Windkraft
Wer in Niederösterreich aufwächst, kennt Windräder. Sie gehören zur Landschaft wie Kirchturm und Wälder. Julian ist mit ihnen groß geworden. Nach der HTL Hollabrunn – Schwerpunkt Elektrotechnik – war der Weg in die erneuerbaren Energien keine große Überraschung. Windkraft hat ihn schlicht begeistert.
Drei Jahre lang kletterte er als Servicetechniker auf Anlagen. Prüfungen, Wartungen, Störungssuchen und noch viel mehr. Und immer wieder dieser besondere Moment oben auf dem Mast. „Wenn man von dort auf die Welt herunterblickt, verlieren sich die Anlagen ziemlich in der Landschaft", sagt er. „Das erkennt man erst, wenn man selbst dort oben steht."
Aufgewachsen zwischen Windrädern
Der Schaden, der alles zusammenbringt
Was ihn von anderen in dieser Rolle unterscheidet: Er kennt die Probleme nicht nur aus dem Reporting. Er hat sie selbst erlebt. Einmal, bei der Errichtung einer neuen Anlage, sollte gerade ein Rotorblatt montiert werden – da tauchte eine Störung auf. Fremdsprachige Servicetechniker, Sprachbarrieren, Zeitdruck. Die Störung war nicht behebbar. Ein grober Schaden.
Heute, wenn ein Wartungsdienstleister drei Tage lang auf eine Meldung nicht reagiert, schreibt Julian die dritte Mail. Er weiß, was auf dem Spiel steht. „Im Portfolio muss man ganz eng dabei sein, um in solchen Situationen gut aufgestellt zu sein." Seine technische Erfahrung spart dem Unternehmen Zeit – und Geld.
Warum das alles wichtig ist – auch für Vorarlberg
Julian ist kein Idealist ohne Bodenhaftung. Aber er hat eine klare Haltung. „Wir werden in Zukunft mehr Energie verbrauchen. Und Windkraft ist einer der Wege, Energie auf schnelle und ökologische Art zu generieren." Kriege, steigende Großhandelspreise – die letzten Jahre haben gezeigt, wie verletzlich Energieversorgung sein kann. Während Windräder in Niederösterreich schon seit Jahren zum Bild gehören, steht Vorarlberg erst ganz am Anfang dieses Weges.

Skeptiker(innen) begegnet er mit einer einfachen Gegenfrage: „Hast du schon mal gefragt, was der Mehrwert für deine Gemeinde wäre?" Meistens, sagt er, haben sie das nicht. Sie sagen: Baut das gerne – aber nicht bei mir. „Dann frag ich: Warst du schon mal oben? Hast du dir wirklich ein Bild gemacht?" Für Julian beginnt Meinungsbildung dort, wo man hingeschaut hat. Nicht dort, wo man hingeschaut werden will.
Vorarlberg steht am Anfang dieses Wegs. illwerke vkw hat bereits Windmessungen gestartet – auf der Alpe Rauz, in Hohenems, am Bödele, am Klaratsberg. Ob das erste Windrad im Ländle kommt, ist noch offen. Aber die Messmasten drehen sich. Und Julian ist dabei.
In Vorarlberg angekommen
Nach dem Job läuft Julian. Oder er fährt Rad und treibt Kraftsport. Man brauche ein gewisses Gesundheitslevel, sagt er – schon allein, weil der Ergometertest darüber entscheidet, ob man noch oben auf die Windkraftanlage darf. Aber es geht ihm nicht nur darum. Die Arbeit braucht Energie, und die investiert er gerne.

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