„Eine Vase, die es kein zweites Mal gibt": Madeleines erstes Jahr als Projektleiterin

Die Gustav öffnet wieder ihre Türen

A vintage engraving of a woman in a hat and suit sitting in an armchair, holding a glass of wine.
• Madeleine leitet 2026 zum ersten Mal die Gustav in Dornbirn, nach Jahren im Gustav-Marketing.

• Die Gustav ist der Salon für Design und Genuss im Messequartier Dornbirn, heuer zum zwölften Mal, vom 16. bis 18. Oktober.

• Zentrales Beispiel ist die Sonderausstellung Heratglas: Vorarlberger Unternehmer finanzieren eine Glasbläserei in Afghanistan, jedes Stück ein Unikat.

• Neu ist eine Weinbar in Halle 13, dazu Gustav by Night am Freitag mit Barbier im Herrenzimmer, Tischtennisturnier und DJ bis Mitternacht.

• Aussteller wie Helga Hagen sind seit über zehn Jahren dabei, andere wie Rooks and Rocks aus Konstanz kommen zum ersten Mal.

Madeleine steht in Halle 11, kurz vor der Eröffnung der Messe, vor einem Regal aus hellem Holz. Hier stehen die Stücke der Sonderausstellung Heratglas: mundgeblasene Vasen und Karaffen aus Herat, Afghanistan, gefertigt von traditionellen Kunsthandwerkern, die Vorarlberger Unternehmer unterstützen, indem sie ihnen Aufträge beschaffen. Jedes Stück ein Unikat, erzählt Madeleine. Genau das ist für sie die Geschichte, die sie in ihrem ersten Jahr als Projektleiterin erzählen will.

Der Salon für Design und Genuss

Vom 16. bis 18. Oktober 2026 findet die Gustav zum zwölften Mal im Messequartier Dornbirn statt, der Salon für Design und Genuss, mit rund 160 Ausstellenden aus der Region und den Nachbarländern. Seit November 2024 arbeitet Madeleine bei der Messe Dornbirn, vorher war sie im Marketing der Gustav tätig, heuer hat sie die Projektleitung übernommen.

Bei der Gustav geht es für mich nicht nur darum, schöne Dinge zu zeigen. Spannend wird es, wenn man auch die Geschichte dahinter entdeckt.

Sie selbst kommt vom Bodensee, aus Lindau, nur eine kurze Fahrt von Dornbirn entfernt. Die letzten Jahre hat sie in der Schweiz verbracht. Jetzt liegt ihr Arbeitsalltag ein paar Kilometer von ihrer Kindheit entfernt, in einer Messehalle, die sie zum ersten Mal selbst verantwortet. Für sie ist die Gustav: „Design mit einer Geschichte dahinter."

Was eine Karaffe aus Afghanistan mit der Gustav zu tun hat

Die Sonderausstellung Heratglas ist für Madeleine eines der Dinge, die die Gustav am besten erklären. Vorarlberger Unternehmer unterstützen die Glasbläser in Herat, indem sie ihnen Aufträge verschaffen. So verbindet ein einziges Projekt drei Orte: Dornbirn, Innsbruck und Herat. Die fertigen Vasen und Karaffen werden importiert und in Halle 11 gezeigt.

Für mich zeigt Heratglas sehr gut, was die Gustav ausmacht: Es geht nicht nur um das fertige Produkt, sondern auch um Handwerk, Herkunft und die Menschen dahinter.

Keine zwei Stücke gleichen sich, und genau darin liegt für sie der Kern der ganzen Gustav: Fast alles, was in den beiden Hallen steht, ist ein Unikat. Design und Genuss sind die zwei Schwerpunkte, an denen sich die Ausstellenden orientieren, ein fertiges Rezept dafür gibt es aber nicht.

Wie die Gustav bewusst mit klassischen Messen bricht

Anders als bei den meisten Messen gibt es bei der Gustav keine getrennten Hallenbereiche für Design und für Genuss. „Wir wollen nicht, dass man bei der Gustav einfach eine Halle nach der anderen abläuft. Man soll sich treiben lassen, Dinge entdecken und immer wieder irgendwo hängen bleiben“, beschreibt Madeleine das Prinzip. Breite Gänge, ein fließender Standbau, Ausstellende, die selbst Teil des Programms sind: Wer durch die Hallen geht, soll überall etwas ausprobieren können.

Das Ziel dahinter nennt Madeleine Neugier und Leichtigkeit. Kein klassischer Messebesuch, sondern eher ein Abend in guter Gesellschaft, bei dem fünf Stunden vergehen, ohne dass man es merkt. Neu in diesem Jahr ist dafür eine Weinbar in Halle 13, gedacht als fester Punkt zum Innehalten, bevor es weitergeht.

Die Gustav besuche man ohnehin selten allein, sagt Madeleine, sondern mit Familie, Freunden oder Partner(in). Genau dort, bei einem Glas Wein, würden dann auch die Weihnachtsgeschenke besprochen. Nirgends sonst finde man so viele davon an einem Ort, für andere und für sich selbst.

Fixpunkt: Gustav by night

Der Freitagabend ist jedes Jahr der Fixpunkt der Gustav. Wer sich rechtzeitig ein Ticket sichert, kommt am besten schon zur Eröffnung: Um 17 Uhr startet Gustav by Night mit einem Begrüßungsgetränk, der Verkauf läuft bis 22 Uhr, der Ausklang bis Mitternacht, mit einem Live-DJ von Freitag bis Sonntag.

Im Herrenzimmer in Halle 11 geht es dabei um mehr als Design: gute Cocktails, ein Herrenausstatter, Parfum, polierte Lederschuhe und ein Barbier, der Bärte schneidet und stylt. Trotz des Namens ist der Bereich für alle offen, erklärt Madeleine, es geht um das Gefühl eines alten Dandystils, nicht um ein Geschlecht.

Wer nach dem Cocktail noch Lust auf Action hat, findet im selben Hallenteil ein Tischtennisturnier, ausgerichtet von einem neuen Aussteller, der Mini-Tischtennisplatten zum Mitnehmen herstellt. Der Hauptgewinn: ein ganzer Gustav-Tisch samt Schläger und Tasche. Für den Hunger dazwischen sorgt PIER69 in Halle 12, unter anderem mit einem „Hot Gustav“ und einem Gustav Spritz.

Zwischen neuen Entdeckungen und treuen Begleitern

Über 60 Prozent der rund 150 Ausstellenden waren im Vorjahr zum ersten Mal dabei, mehr als 5.500 Menschen besuchten damals die Gustav. Für 2026 kommen wieder neue Aussteller dazu, viele davon aus der Schweiz, was Madeleine besonders freut, da sie selbst zuletzt dort gelebt hat. Weitere neue Gesichter reisen aus Wien, Berlin und Frankfurt an.

Was die neuen Ausstellenden mitbringen, zeigt die Bandbreite des Angebots: japanische Messer, Holzschalen aus recycelten Skateboards, Ringe aus Maisstärke, Goldschmiedekunst, exzentrische Mode und Liebhaberstücke aus Kaschmir, dazu Kaviar, Öle und andere Delikatessen.

Daneben gibt es Ausstellende, die der Gustav seit Jahren treu bleiben: Helga Hagen verzaubert seit über zehn Jahren ihren Stand in Halle 13, dazu feste Größen wie Roomservice, Casa Möbel, Juwelier Kopf und Fenkart Schokolade. In Halle 13 teilen sich Juwelier Kopf und Seewald Ofenbau in diesem Jahr einen gemeinsamen Stand unter dem Motto Diamant und Feuer, umgeben von Ständen wie Clarissa Kork, Aurora Confiserie oder Olinuss.

Was Madeleine an all dem am meisten auffällt: Die Ausstellenden kennen sich untereinander.

Aussteller aus Berlin haben mir erzählt, dass sie hier ein neues Publikum gewonnen haben und ihre neuen Kunden sie jetzt auf der Gustav erwarten.

Über die Jahre verändert sich das Format organisch, mit den Menschen, die kommen. „Am Ende ist die Gustav nur so gut wie die Menschen, die sie gestalten, die Aussteller genauso wie die Besucher“, sagt Madeleine. „Und genau deshalb entwickelt sie sich jedes Jahr ein Stück weiter.“

Zwölf Jahre Gustav

Wenn Madeleine mit Ausstellenden telefoniert, dauert es oft länger als geplant, weil die Menschen so viel Energie für ihr eigenes Produkt haben. Genau das macht ihr an dem Job am meisten Freude. In ihrem ersten Jahr, sagt sie, geht es vor allem darum, alle zusammenzubringen: so viele Macher(innen), Freigeister und Gestaltende an einem Ort, die zeigen, was sie können.

Die Gustav findet vom 16. bis 18. Oktober 2026 im Messequartier Dornbirn statt, mitten in der Vier-Länder-Region rund um den Bodensee. Wer mit dem Auto anreisen möchte, findet Parkplätze direkt am Gelände.

A vintage engraving of a woman in a hat and suit sitting in an armchair, holding a glass of wine.

Internationaler Salon für Design und Genusskultur

📍 Messequartier Dornbirn, Messeplatz 1, 6854 Dornbirn

🗓️ Freitag, 16. – Sonntag, 18. Oktober 2026

Öffnungszeiten:
Fr: 17 – 22 Uhr (Ausklang in H12 bis 24 Uhr)
Sa: 11 – 19 Uhr (Ausklang in H12 bis 22 Uhr)
So: 11 – 18 Uhr

NACH OBEN

Produziert von Russmedia Digital GmbH für Messe Dornbirn
Texte: Johannes Walchner Fotos: Johannes Walchner, Udo Mittelberger, Messe Dornbirn

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