Wie Mirijam Haller über Sprache, Bildung und die Liebe zur Region in den Lokaljournalismus fand – und heute mitgestaltet, was Vorarlberg bewegt.

BEGINNT MIT NEUGIER

Jede gute Geschichte

Wie Mirijam Haller über Sprache, Bildung und die Liebe zur Region in den Lokaljournalismus fand – und heute mitgestaltet, was Vorarlberg bewegt.

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Jede gute Geschichte

Audio wurde mit KI generiert

Kurze Zusammenfassung:

  • Schon als Kind blätterte Mirijam lieber in Zeitungen als in Schulbüchern.
  • Ihr Weg führte vom Lehramtsstudium direkt in die Redaktion der Vorarlberger Nachrichten.
  • Für sie ist Lokaljournalismus mehr als Berichterstattung – er macht Demokratie greifbar.
  • Sie will nicht nur informieren, sondern Themen einordnen und Menschen Gehör verschaffen.
  • Heute gestaltet sie als Teil der Chefredaktion mit, wie Medien in Vorarlberg Zukunft schreiben.
Zeitunglesen ist für viele eine Gewohnheit, für Mirijam war es von klein auf pure Faszination.
„Als ich nach der Schule heimgekommen bin, lagen immer Zeitungen auf dem Tisch – VN und Die Neue. Noch vor den Hausaufgaben habe ich sie durchgeblättert. Ich habe das als Kind geliebt.“
Heute ist die Feldkircherin 32 Jahre alt und Mitglied der Chefredaktion der Vorarlberger Nachrichten. Dass sie einmal in dieser Rolle landet, war nicht geplant – aber rückblickend absolut konsequent.

Sprache, Gesellschaft und ein Beruf mit Haltung

Nach der Matura ging’s für Mirijam nach Innsbruck. Sie studierte Lehramt in Germanistik und Geschichte. Nicht unbedingt mit dem Ziel, sofort Lehrerin zu werden, sondern weil sie glaubte – und bis heute glaubt –, dass Bildung, Sprache und kritisches Denken entscheidende Werkzeuge für gesellschaftlichen Fortschritt sind.

„Ich habe immer gern geschrieben. Und bevor ich als Lehrerin in die Schule gehe, wollte ich zumindest ausprobieren, ob Journalismus nicht doch der richtige Weg für mich ist.“

Mirijam Haller

Durch das Traineeprogramm bei Russmedia fand sie den Einstieg in das Unternehmen und seit 2018 ist sie fixer Bestandteil der Redaktion. Und schon damals wusste sie: „Ich will da arbeiten, wo Journalismus Orientierung geben kann – und zwar genau hier in Vorarlberg.“

Was Lokaljournalismus für sie bedeutet

Für Mirijam ist Lokaljournalismus kein Nebenprodukt der großen Weltpolitik, sondern der Ort, an dem Demokratie greifbar wird.

„Lokaljournalismus bedeutet, das Leben daheim sichtbar zu machen – nicht ein abstraktes Irgendwo. Das schafft Vertrauen, verpflichtet aber auch zu besonderer Sorgfalt. Es geht darum, Entwicklungen einzuordnen, die richtigen Fragen zu stellen und Menschen eine Stimme zu geben“, erzählt Mirijam mit einem Lächeln.

Es geht im Journalismus um Nähe, aber auch um professionelle Distanz. Um Vertrauen, aber ebenso um kritisches Hinterfragen. „Gute Geschichten erzählen nicht nur, was passiert ist. Sie zeigen, warum es passiert ist und was es für die Menschen bedeutet.“ Wer mit Mirijam Haller spricht, merkt schnell: Sie weiß genau, welche Verantwortung dieser Beruf mit sich bringt. Themen hinterfragen und für die Leser(innen) sichtbar machen, das sind ihre Ansprüche von Journalismus.

Mirijam Haller in 5 schnellen Fragen

1

Was war das ungewöhnlichste, was dir bei einem Interview je passiert ist? 

Ganz ehrlich: Ich kann mich nicht erinnern. Das liegt vermutlich daran, dass im Lokaljournalismus fast jeder Tag ein bisschen ungewöhnlich ist. Langweilig wird’s selten und das ist auch gut so.

2

Ein Tag ohne Handy oder mit der Ente durchs Haus? 🦆

Mit der Ente durchs Haus

3

Dein Leben als Filmtitel? 🗞️

„Die Unbestechlichen“, die Verfilmung der Watergate-Enthüllungen rund um Woodward und Bernstein. Nicht aus Selbstüberhöhung, sondern weil ich glaube, dass journalistische Unabhängigkeit und Rückgrat heute wichtiger sind denn je.

4

Was darf im Redaktionsalltag nie fehlen? Kaffee, Schokolade, oder ein guter Wortwitz. ☕🍫📝

Am besten alle drei

5

Wen würdest du gerne mal interviewen 🎤

Bob Woodward - jenen Journalisten, der gemeinsam mit Carl Bernstein die Watergate-Affäre in den 1970ern aufgedeckt hat. Einfach, weil seine Arbeit zeigt, wie stark Journalismus Gesellschaft verändern kann, wenn er hartnäckig, unabhängig und mutig ist.

Redaktionsalltag? Gibt es nicht. Und das ist gut so.

Kein Tag ist wie der andere. Einmal steht sie im Kindergarten, dann auf einer Baustelle, später bei einem Interview oder im Podcaststudio. Dazwischen: recherchieren, schreiben, diskutieren, einordnen.

Als Mitglied der Chefredaktion denkt sie auch strategisch mit: Wie bleibt Journalismus in Vorarlberg relevant? Wie gestalten wir die Zukunft von VN und VOL.AT? Wie gehen andere Medienhäuser mit Veränderungen um? All das sind Themen, die sie beschäftigen. Doch sie ist froh, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem man diesen Wandel selbst mitgestalten kann. „Man wird hier gehört, deine Meinung zählt etwas und ist wichtig, das macht Russmedia zu einem besonderen Unternehmen.“

Besonders am Herzen liegen ihr Inhalte, die nicht nur aktuell, sondern auch relevant sind.
Etwa mentale Gesundheit – dazu produzierte sie gemeinsam mit Bertram Strolz einen Podcast.
Oder das Projekt „Köpfe von Morgen“, bei dem junge Menschen aus Vorarlberg eine Bühne bekommen.

„Es geht nicht nur um schnelle News. Eine gute Lokalgeschichte ordnet Dinge ein, stellt Zusammenhänge her, gibt Menschen eine Stimme und zeigt die größere Bedeutung hinter dem scheinbar Kleinen."

Mirijam Haller

Besonders nahe gehen Mirijam Geschichten, in denen Menschen unverschuldet in Not geraten – etwa schwer kranke Kinder oder Familien, die durch einen Brand ihr Zuhause verloren haben.

Gerade in solchen Momenten wird ihr bewusst, dass Journalismus nicht nur Sichtbarkeit schafft, sondern auch ganz konkret helfen kann – zum Beispiel durch die VN-Hilfsaktion Ma hilft, die gemeinsam mit Partnern schnelle, niederschwellige Unterstützung bietet. „Das zeigt, dass journalistisches Engagement auch gesellschaftlich etwas bewirken kann.“ Und das ist nur eine von vielen Initiativen, die sie an den Vorarlberger Nachrichten besonders schätzt – vom Klimaschutzpreis über den Russpreis bis hin zum VN-Wirtschaftsforum.

Vorarlberg – ein guter Ort für Journalismus

Mirijam schätzt die Mischung aus Natur, Urbanität und Offenheit. Gerade das Rheintal sei ein Raum, der nicht typisch ländlich sei – sondern vielfältig, lebendig, interessiert und vor allem offen.

Feedback auf ihre Arbeit gibt es regelmäßig – mal zustimmend, mal kritisch. „Man darf nicht everybody’s darling sein. Man muss nachhaken, auch wenn’s unbequem wird.“ Gleichzeitig kommen Menschen mit ihren Anliegen, Hinweisen und Missständen auf sie zu.

„Wenn jemand sich an uns wendet, weil er sich ungerecht behandelt fühlt – das ist ein Vertrauensbeweis.“ Daher ist es für sie auch besonders wichtig, solchen Stimmen ein Gehör zu verschaffen.

Mirijam Haller

Journalismus im Wandel – Haltung bleibt

Natürlich verändert sich der Job. KI, neue Plattformen, andere Formate. Aber für Mirijam steht fest: „Die Technik kann vieles, aber Nähe zur Region, Einfühlungsvermögen und Kontext ersetzt sie nicht.“ Bei Russmedia erlebt sie Innovation als Kultur, nicht als Schlagwort: „Hier werden Ideen nicht abgewürgt. Wer hier fragt, warum wir etwas so machen, bekommt keine Antwort wie: 'Weil wir's immer schon so gemacht haben.' Sondern: 'Vielleicht geht's ja auch besser.“

Was sie jungen Menschen rät, die in den Journalismus wollen: „Du bekommst bei Russmedia den Raum, dich zu entwickeln. Deine Ideen werden gehört. Und du kannst Verantwortung übernehmen – ab Tag eins.“

Dazu kommen Weiterbildung, Projekte, Austausch – und eine Unternehmenskultur, die offen ist für Veränderung. „Man traut dir hier etwas zu. Und das fühlt sich gut an.“

Und du? Interessierst du dich für Journalismus, der etwas bewirken will – und für eine Region, die mehr ist als nur Heimat?

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