Sieben Minuten, auf den Punkt

• David, Leiter Fachbereich Mobilität am Energieinstitut Vorarlberg, ist überzeugter Fahrradmensch.

• Es geht um das VMOBIL Rad, Vorarlbergs erstes Leihradsystem, das in Dornbirn die letzte Meile schließt.

• Relevant für Pendler(innen), die der Umstieg auf Öffis bisher an genau dieser Lücke scheitern ließ.

• Das Institut hat bewusst keine Mitarbeiterparkplätze und macht es als Standortpartner selbst vor.

• App laden, Rad scannen, losfahren: erste 30 Minuten gratis, einmal testen zeigt, ob es passt.

David weiß genau, wie lange er für seine Wege braucht. Sieben Minuten mit dem Rad, und er steht vor der Tür des Büros, nicht irgendwo in der Nähe, sondern direkt davor. Für ihn ist das der eigentliche Reiz am Radfahren: Es ist schnell und so zeitgenau, dass er seinen Tag danach planen kann. Die sportliche Seite nimmt er gern mit. Wer ihm länger zuhört, merkt aber, dass das Rad für ihn noch etwas anderes ist. Wenn er mit seiner Frau und den drei Kindern unterwegs ist, fährt man nebeneinander und redet miteinander, man ist langsamer als im Auto und entdeckt dadurch gemeinsam mehr.

„Radfahren ist für mich vor allem kommunikativ", sagt er, weil man die Umgebung wahrnimmt und etwas zu teilen hat, während man sich im Auto kaum ansieht.

Vom Bahnhof bis vor die Tür

David leitet den Fachbereich Mobilität am Energieinstitut Vorarlberg. Er hat Raumplanung an der TU Wien studiert. Ein Wiederspruch würde man glauben? „Doch das ganz schließt sich nicht aus, die Planung von Routen und Wegen im Öffentlichen Bereich, hat ja auch etwas mit Räumen zu tun“, erzählt er lachend. Beruflich beschäftigt er sich also mit allem, was nachhaltige Mobilität ausmacht.

Zur Arbeit pendelt er aus Feldkirch mit dem Zug und kennt das Thema deshalb aus eigener Erfahrung: Am Dornbirner Bahnhof steht ein altes Rad von ihm, mit dem er weiterfährt, sobald er aus dem Railjet steigt.

Die letzte Meile

Vom Bahnhof Dornbirn bis zum Energieinstitut sind es rund 1,4 Kilometer. Keine große Distanz – und doch genau jene Strecke, an der nachhaltige Mobilität im Alltag oft scheitert. Fachleute sprechen von der „letzten Meile“: dem Weg zwischen Bahnhof und eigentlichem Ziel.

Ist der Bus voll, verspätet oder im Stau, wird aus wenigen Minuten schnell eine gefühlte Ewigkeit. Genau hier setzt das neue VMOBIL-Rad an.

Der Moment am Bahnhof

Eine Kollegin hat David erzählt, wie sie am Bahnhof stand, als ihr der Bus gerade vor der Nase wegfuhr, und statt zu warten, nahm sie kurzerhand das Leihrad. Seitdem hat sie es schon drei, vier Mal genutzt, und für David steckt darin das eigentliche Muster, weil es oft genau diesen einen Moment braucht, in dem man den Umstieg spürt und merkt, welche Vorzüge dahinterstecken.

„Es braucht den einen Anstoß, es einmal auszuprobieren", sagt er, „und danach gehört das Rad meist wie selbstverständlich zur eigenen Wegekette.“

Auch die kommunikative Seite, die er am Radfahren so schätzt, taucht im Arbeitsalltag wieder auf. Beim Mittagessen hat er gehört, dass jetzt auch Gruppen gemeinsam in die Innenstadt fahren, selbst wenn nicht jede(r) ein eigenes Rad dabeihat. Zu dritt oder viert kann man sich schnell ein paar Leihräder schnappen. Was sich zu Fuß in einer Mittagspause oft nicht ausgeht, geht mit dem Rad locker, während man nebenbei auf dem Weg durch die Stadt etwas anderes wahrnimmt und vielleicht noch schnell etwas einkauft.

VMOBIL Rad Dornbirn — Das Wichtigste auf einen Blick

Stationen

21 Stationen im Stadtgebiet Dornbirn

Räder

109 Leihräder

APP

nextbike

Flex (kein Abo)

1,50 € 30 Min. — mit KlimaTicket 1,00 €

Abo

59,00 €/Jahr — mit KlimaTicket 39,00 €/Jahr

Erste 30 Min. im Abo

gratis

Partner

Sparkasse, Hypo, Raiffeisenbank, Messepark, Highmatrausch, Energieinstitut Vorarlberg, FH Vorarlberg u.a.

Wohin das führen kann

Vorarlberg legt rund 22 Prozent aller Wege mit dem Rad zurück und ist damit das stärkste Bundesland Österreichs, einzelne Gemeinden wie Lustenau kommen sogar auf dreißig Prozent, und David sieht darin gute Werte und trotzdem Luft nach oben. Viele alltägliche Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und tragen insbesondere an Verkehrsknotenpunkten zu Staus bei. Diese ließen sich durch den Wechsel aufs Fahrrad einfach vermeiden – wovon alle profitieren würden.

Für genau diese kurzen Wege ist das Leihrad gemacht, weil man dafür kein eigenes Rad dabeihaben muss, sondern an der nächsten Station eines findet, und je mehr Städte und Regionen das System anbieten, desto größer wird der Radius, den man spontan abdecken kann. Der Einstieg ist bewusst niederschwellig gehalten: Man muss nur die App laden, auf der Karte die nächste Station suchen und den QR-Code am Rad scannen. Am Ziel stellt man das Rad bei einer Station ab – mehr muss man nicht tun

Wie oft wird das Fahrrad in Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmittel genutzt?

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Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien

n=1.670 Befragte, die zumindest selten radfahren. Quelle: Report Aktive Mobilität: Trends zum Radverkehr in Österreich

Wissenschaftlich begleitet

Das Energieinstitut begleitet gemeinsam mit dem Sustainable Mobility Lab der FHV das VMOBIL Rad wissenschaftlich, gefördert wird das über das EU-Programm Interreg ABH. Durch Praxistests vor Ort, Monitoring und Umfragen werden Daten gesammelt und die Ergebnisse an andere Betriebe und Regionen im DACH-Raum weitergegeben.

David sieht in dem Angebot einen tollen Mitarbeiter(innen)benefit, den er auch anderen Betrieben in Dornbirn ans Herz legt, zumal sich das Rad nicht nur für den Arbeitsweg, sondern genauso für die Freizeit nutzen lässt. Am ehesten überzeugt es ohnehin die, die es einmal ausprobiert und gemerkt haben, ob es in die eigene Wegekette passt.